Informationen zum Zustand unserer Grüns

Liebe Mitglieder,

zunächst vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen und die offene, konstruktive Diskussion zum Zustand unserer Grüns. Die von Ihnen beschriebenen Beobachtungen – weichere Oberflächen, stärker sichtbare Fußabdrücke, tiefere Pitchmarken und eine geringere Ballrollgeschwindigkeit – sind nachvollziehbar und spiegeln insbesondere die außergewöhnliche Wettersituation während der vergangenen Hitzewelle wider.

In der Woche mit Lufttemperaturen von bis zu 40 °C wurden auf den Grüns Oberflächentemperaturen von deutlich über 45 °C erreicht. Unter diesen Bedingungen befinden sich die Rasengräser in einer physiologischen Ausnahmesituation. Bereits ab Bodentemperaturen von etwa 25 °C gerät die Pflanze zunehmend unter Hitzestress. Die Atmung (Respiration) steigt dann stärker an als die Photosyntheseleistung. Vereinfacht gesagt verbraucht die Pflanze mehr Energie, als sie neu produzieren kann, und lebt zunehmend von ihren Reserven.

Neben dem unmittelbaren Trockenstress steigt unter solchen Bedingungen auch das Risiko für schwerwiegende Rasenkrankheiten deutlich an. Besonders gefürchtet ist hierbei Anthracnose (Colletotrichum cereale). Diese Krankheit tritt bevorzugt bei gestressten Pflanzen auf und wird durch hohe Temperaturen, intensive Nutzung, flache Wurzeln und Wassermangel begünstigt. Anthracnose führt zunächst zu gelblich-braunen Verfärbungen, später zu flächigem Absterben der Grasnarbe. Anders als eine vorübergehend etwas weichere Oberfläche kann ein Anthracnose-Befall über Wochen oder sogar Monate die Spielqualität erheblich beeinträchtigen und im Extremfall umfangreiche Regenerationsmaßnahmen erforderlich machen.

Vor diesem Hintergrund lag unser Hauptaugenmerk während der Hitzeperiode auf der Erhaltung eines gesunden und vitalen Pflanzenbestandes. Das Bewässerungsmanagement wurde bewusst darauf ausgerichtet, kritischen Trockenstress sowie daraus resultierende Langzeitschäden an Wurzelzone und Grasnarbe zu vermeiden. Dies führte zeitweise zwangsläufig zu etwas weicheren Oberflächen und einer stärkeren Ausprägung von Pitchmarken.

Nachdem sich die Wetterbedingungen normalisiert haben, wurden bereits gezielt Maßnahmen eingeleitet, um die gewünschten Spieleigenschaften wiederherzustellen. In den vergangenen Tagen haben wir die Wassermengen reduziert, die Grüns vertikutiert bzw. ausgedünnt und anschließend gesandet. Diese Maßnahmen verbessern die Oberflächenfestigkeit, fördern die Durchlüftung und unterstützen eine schnellere, gleichmäßigere Ballrolle.

Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass unsere Anlage einer hohen Nutzungsintensität unterliegt. Mit rund 1.500 bis 2.000 Startzeiten pro Monat sowie zusätzlich etwa 800 Turnierteilnehmern wirken erhebliche Belastungen auf die Grüns ein. Unser Ziel besteht daher darin, jederzeit die optimale Balance zwischen Spielqualität, Belastbarkeit und langfristiger Pflanzengesundheit zu gewährleisten.

Wir sind überzeugt, dass die bereits umgesetzten Pflegemaßnahmen in Kombination mit den aktuell moderateren Temperaturen in den kommenden Wochen zu festeren Oberflächen, einer verbesserten Grünsgeschwindigkeit und einer insgesamt homogeneren Spielqualität führen werden.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.

Der konstruktive Austausch mit unseren Mitgliedern hilft uns dabei, die Qualität unserer Anlage kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Alexander Strasdat
-Platzwart-

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